Sebastian Huber

Mangel an Fachärzten für Traumatologie droht

Am vergangenen Freitag hat Priv.-Doz. Dr. Thomas Freunde (bisher geschäftsführender Oberarzt des Unfallklinikum Tübingen) die zusammengelegte „Klinik für Orthopädie und Traumatologie des LKH Salzburg“ – welche nun die drittgrößte Abteilung der SALK ist – übernommen.
Durch die neue Ärzteausbildungsordnung 2015 (ÄAO) kommt es aber mit der Zusammenlegung der von Orthopädie und Unfallchirurgie zu erheblichen Problemen in der Ärzteausbildung.
Im Landeskrankenhaus Salzburg werden wohl genügend Ärzte zum neuen Sonderfach Orthopädie und Traumatologie ausgebildet werden können. Aber es besteht die große und berechtigte Sorge, ob dies auch an anderen – aus Orthopädie und Unfallchirurgie zusammengeführten – Abteilungen für „Orthopädie und Traumatologie“ im Bundesland Salzburg möglich sein wird.

Spitäler geraten in die Bredoullie 1136 640

Quelle: Krone, 03.07.2016

Durch die neue ÄAO können nur so viele Fachärzte ausgebildet werden, wie es Fachärzte aus dem Gebiet der Traumatologie und Orthopädie gibt.
D.h. eine zusammengeführte Abteilung die beispielsweise aus 10 Fachärzten für Unfallchirurgie und 5 Fachärzten für Orthopädie besteht, kann in Zukunft nur 5 Ärzte zu Fachärzten für Orthopädie und Traumatologie ausbilden. Früher konnten aber 10 Fachärzte  für Unfallchirurgie ausgebildet werden.

Vor allem die westlichen Bundesländer Salzburg, Kärnten, Tirol und Vorarlberg benötigen mehr Unfallchirurgen als es Fachärzte  für Orthopädie gibt, um die vielen Sportverletzungen in den Wintermonaten rasch zu behandeln.
Durch die neue Ärzteausbildungsordnung wird man den notwendigen Ausbildungsbedarf und künftigen Ärztebedarf in der Traumatologie nicht abdecken können. Akut wird dieses Problem am neuen Tauernklinikum (Abteilung für Unfallchirurgie Zell am See mit dem Fachschwerpunkt Orthopädie des Krankenhaus Mittersill) sowie am Krankenhaus Schwarzach (Abteilung Unfallchirurgie und Traumatologie) sein.  Ebenfalls nachdenklich stimmt mich die Versorgung am UKH Salzburg in Verbindung mit dem Krankenhaus Oberndorf.

Als Arzt und Politiker sorge ich mich hier um die zukünftige unfallchirurgisch-traumatologische Versorgung in den Fremdenverkehrsregionen des Bundesland Salzburg.
Wenn jetzt nicht gegengesteuert wird, dann haben wir in 15 Jahren eine dramatische Unterversorgung an Fachätzten für Orthopädie und Unfallchirurgen.
Als NEOS Gesundheitssprecher fordere ich Bundesministerin Dr. Sabine Oberhauser dringend auf, die Ärzteausbildungsordnung 2015 zu novellieren, damit auch in Zukunft genügend traumatologisch-unfallchirurgische FÄ ausgebildet werden können.
Wir brauchen hier ein für ganz Österreich und insbesondere für die westlichen Bundesländer tragfähiges Gesetz und nichts, was nur auf Wien zugeschnitten ist.