Sebastian Huber

Mythos Transitbettler – Bettelverbot hat nichts gebracht

Anfragebeantwortung beweist: Bettelverbot hat nichts gebracht.

Ich habe an Vizebürgermeister Dipl.- Ing. Harald Preuner eine Anfrage zu den Bettlererhebungen in den Jahren 2014, 2015 und 2016 gestellt.  Die von ihm präsentierten Daten sind zum Teil aber weder transparent noch vergleichbar. Die Zahlen belegen, dass die Anzahl an Bettler in der Stadt durch das Verbot nicht gesunken ist, sondern dass lediglich eine Verlagerung in andere Stadtteile stattgefunden hat. Die SPÖ ist auf die Zahlenspielereinen reingefallen.

Bezirksblätter Bettler 1136 640

Beispielsweise sind laut der 2. Erhebungsschleife 2014 in

  • Mülln, Riedenburg, Nonntal, Lehen, Liefering, Parsch, E-Vorstadt, Morzg, Gneis, Taxham, Hellbrun, Aiglhof oder Leopoldskron

keine Bettler angetroffen worden.

 

In den beiden Bettlererhebungen im Jahr 2016 wurden allerdings in

  • Lehen: 15 bzw. 9
  • Taxham: 3 bzw. 4
    Liefering: 2 bzw. 1
  • Nonntal: 2 bzw. 2
    Leopoldskron: 1. bzw. 1
  • Aiglhof: 1 bzw. 0
    Riedenburg: 1 bzw. 0
  • Bettler angetroffen.

Bei den beiden aktuellen Zählungen vom März 2016 wurde auf einmal von Vizebürgermeister Preuner der Begriff „Transitbettler“ eingeführt. Das sind laut Preuner jene Bettler, die als Durchreisende am Bahnhofsareal gezählt wurden, die aber in der Landeshauptstadt weder übernachtet noch gebettelt haben. Diese Transitbettler sind aber ein Mythos. NEOS Recherchen bei NGOs und der Polizei ergaben, dass der Begriff „Transitbettler“ vollkommen unbekannt ist.  Ebenfalls haben wir bei allen Gemeinden, die an der S-Bahn liegen, nachgefragt.

Ich wundere mich, dass es für das Jahr 2015 keine genauen Aufzeichnungen gibt – auch auf Nachfrage habe ich nichts bekommen. Somit konnten die 337 Bettler, die etwa in den beiden Erhebungen 2015 gemeinsam gezählt wurden, nicht konkret belegt werden. Ein Blick auf die angegebenen Plätze zeigt, dass dort niemals die kolportiere Anzahl der Bettler gesessen sein können. Zugleich sei in einer Zählung das Zeltlager in der Alpenstraße mit angeführt worden, das zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen war.