Sebastian Huber

Jede Medaille hat zwei Seiten

Bei der Gehaltsdiskussion für die privaten Kinderbetreuungseinrichtungen im Bundesland Salzburg wurde die Verdienst-Schere zwischen öffentlichen und privaten Kinderbetreuungseinrichtungen etwas verringert. Vom Ziel gleicher Lohn für gleiche Arbeit kann aber noch immer keine Rede sein.

KraGru SN 1136 640

Quelle: SN Lokalteil, 28.11.2015

Für das Land und unsere Kinder sind private Kinderbetreuungseinrichtungen unersetzlich. Rund 31 % der Kinder- und Kleinkinder PädagogInnen im Bundesland Salzburg arbeiten in privaten Kinderbetreuungseinrichtungen.

Nach der Anfangseuphorie aufgrund des deutlich verbesserten Gehaltsabschluss für die KindergartenpädagogInnen der öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtungen hat sich nun aber herauskristallisiert, dass das Land und die zuständige Landesrätin Mag. Martina Berthold auf die privaten Kinderbetreuungseinrichtungen offensichtlich vergessen haben. Die privaten Kinderbetreuungseinrichtungen, das wurde mir in persönlichen Gesprächen immer wieder mitgeteilt, fühlen sich zu Recht von der gesamten Landespolitik im Stich gelassen.

Ich vermute, dass die Landesregierung den vielen ÖVP dominierten Gemeinden ein „Zuckerl“ geben wollte. Durch den verbesserten Gehaltsabschluss der öffentlichen Kindergärten/Kinderbetreuungseinrichtungen bezahlen nun die vielen ÖVP-Bürgermeister „ihren“ Kindergarten-PädagogInnen ein deutlich besseres Gehalt. Da die privaten Anbieter nicht mitziehen können wird die Gehalts-Schere zwischen öffentlichen und privaten Kinderbetreuungseinrichtungen immer größer. Es ist zu befürchten, dass insbesondere junge MitarbeiterInnen zu öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtungen wechseln werden.
Engagierte private Kinderbetreuungseinrichtungen haben sich nun aber vernetzt und mit einer Stimme gesprochen.

Als NEOS Bildungssprecher habe ich von Anfang an auf dieses „Vergessen“ aufmerksam gemacht und mich für den Erhalt der pädagogischen Vielfalt in der Kinderbetreuung stark gemacht. Die mühsame Gehälterdiskussion hat viele private Einrichtungen in eine gefährliche Schräglage gebracht.

Wir NEOS blicken, trotz der vorläufig beendeten Gehaltsdiskussion, über den Tellerrand hinaus. Viele Kinder v.a. in Krabbelgruppen nehmen nur eine Viertel- oder Halbtagesbetreuung in Anspruch, somit wird es v.a. für kleinere Einrichtungen organisatorisch schwierig und teuer qualifiziertes Betreuungspersonal zu beschäftigen. Die Landesregierung sollte über eine alternative prozentuale Staffelung der Viertel- und Halbbetreuung nachdenken, damit diese Betreuungsformen für private Krabbelgruppen attraktiver werden.

Das derzeit sich in Arbeit befindliche neue Kinderbetreuungsgesetz wird von uns dementsprechend genau begutachtet werden.