Sebastian Huber

Abgelehnte Kindergartenplätze in der Stadt Salzburg

Im Rahmen von #huberontour erzählten mir Vertreter_innen von NGOs immer wieder, dass Kinder von alleinerziehenden Müttern des Öfteren in städtischen Kindergärten abgelehnt wurden. Dies ist umso problematischer, da diese Mütter ohne Kindergartenplatz keine Arbeit bekommen. KiGa Wunschbplatz SN2015-10-06 1136 640

Quelle: SN Lokalteil, 7.10.2015

Ich stellte eine Anfrage an Vzbgm. Mag. Anja Hagenauer und wollte von ihr wissen, wie viele Kinder in den städtischen Kindergärten abgelehnt wurden. Die erste Antwort war keine Antwort und so stellte ich die Anfrage nochmals und siehe da, ich bekam die gewünschte Antwort. Es zeigte sich, dass 3 Kindergärten besonders „überlaufen“ sind. Diese sind prozentual gesehen der Gebirgsjägerplatz (hier wird jedes 2. Kind abgelehnt), Lehen 2 (jedes 4. Kind wird abgelehnt) und Josefiau (mehr als jedes 5. Kind wird abgelehnt). Bei 19 von 34 städtischen Kindergärten gibt es eine Ablehnungsquote von über 10 %.

Die aktuelle Problematik ist der SPÖ (das „Kindergartenreferat“ ist seit eh und je in SPÖ Hand) seit Jahren bekannt, es wurde jedoch verabsäumt gegenzusteuern. Bereits vor Jahren hätte man eine Bedarfsprüfung durchführen müssen und „überlaufene“ Kindergärten hätten – soweit möglich – erweitert und ausgebaut werden müssen. Ebenfalls hätte man in unmittelbarere Nähe der überlaufenen Kindergärten alternative Lösungen – z.B. durch private Kindergärten – ermöglichen müssen. Gleichzeitig haben wir die groteske Situation, dass wir neben der chronischen Überfüllung auch einen chronischen Leerstand haben. Rund 80 Kindergarten-Plätze sind in städtischen Kindergärten frei. Das Angebot geht somit eindeutig in manchen Kindergärten am Bedarf vorbei.

Ich fordere anhand der erhobenen Zahlen eine ehrliche und objektive Bedarfsprüfung in den städtischen Kindergärten. Plätze, die seit Jahren unbesetzt sind, sollen sich am Bedarf orientieren und jenen Kindergärten angebunden werden, die chronisch überbelegt sind. Zusätzlich müssten die chronisch überbelegten Kindergärten, wenn möglich, erweitert oder in der unmittelbaren Umgebung ein alternativ Angebot geschaffen werden. Im kommenden Budget werde ich ausreichende Mittel für diesen geforderten Ausbau einfordern.