Abstimmungsergebnis der SALK-Ärzte zum Gehaltsvorschlag. Viele Fragen bleiben offen

Das heute präsentierte Abstimmungsergebnis der SALK-Ärzte zum Gehaltsvorschlag des Landes beweist, dass sich bis zum Schluss eine breite Front an Kolleginnen und Kollegen gegen so manchen politischen Schnellschuss zur Wehr gesetzt haben. Ich hoffe, dass das Verhandlungsergebnis hält was es verspricht. Aufmerksam habe ich die gestrige Aussendung von LH-Stv. Dr. Christian Stöckl gelesen und stehe jederzeit bereit – falls in einiger Zeit Erinnerungslücken bei der Politik in Erscheinung treten – an die heutigen Versprechungen zu erinnern.

UniversitŠtsklinikum Salzburg. Foto: Andreas Kolarik, 07.12.07

Trotz aller Freude der Politik über das eindeutige Abstimmungsergebnis gibt es von meiner Seite und vermutlich auch von jenen Kolleginnen und Kollegen, die dem vorliegenden Modell nicht zugestimmt haben, Bedenken.

Strukturelle Reformen wurden leider nicht besprochen. Aber gerade die jungen Ärztinnen und Ärzte brauchen endlich neue Perspektiven. Immerhin sind sie es, die noch 30 Jahre in diesem System arbeiten wollen. Es gibt kein Konzept, wie die ärztliche Betreuung unserer Patientinnen und Patienten in den SALK auf Basis einer 48 Stunden Woche funktionieren soll. Arbeitszeitverdichtung, Dienstbelastung, Facharztanwesenheit, Zusammenlegung und Streichung von Diensträdern oder ein fehlendes Ausbildungskonzept. Wann die Politik diese Punkte angehen will, weiß niemand. Ebenfalls fehlt neben den langfristigen Perspektiven auch ein kurz- und mittelfristiges Gesamtkonzept für die SALK. Völlig ungeklärt ist auch das Gehaltsschema für diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die nach 1. Juli 2015 ihren Dienst antreten werden (Stichwort GSN – Gehaltsschema neu). Die Politik hat keine Vision, wie die SALK in 10 Jahren aussehen soll.

Wie man die Ärztinnen und Ärzte über das Verhandlungsergebnis zwischen Land und Ärztekammer informierte ist ausbaufähig. Am Donnerstag vor einer Woche wurde eine Einladung für eine Präsentation am darauffolgenden Tag ausgeschickt, obwohl die SALK die fertigen Zahlen schon eine Woche lang hatten. Den betroffenen Ärztinnen und Ärzten blieb de facto keine Zeit, um sich mit den Auswirkungen des neuen Gehaltsmodells zu befassen. Für mich sieht eine transparente Informationspolitik anders aus.

Eine weitere Befürchtung zum Verhandlungsergebnis konnte leider bis dato noch nicht ausgeräumt werden. Ich habe die Sorge, dass die geringe Wochenarbeitszeit die jetzt verhandelte Erhöhung des Grundgehalts obsolet macht, da am Ende des Tages Ärztinnen und Ärzte, die viele Dienste machen wollen oder müssen, von der Erhöhung nicht viel haben werden.

Für mich steht auch ganz klar fest, dass die Politik jetzt ihre gesamte Konzentration auf das Pflegepersonal richten muss. Die Politik ist aufgefordert, auch hier endlich Verhandlungen zu beginnen und nicht – so wie bei den SALK-Ärzten – bis zum letzten Moment zu warten. Auch das Pflegepersonal in den SALK verdient eine deutliche Gehaltsverbesserung und marktkonforme Gehälter.