Men­schen­han­del bes­ser be­kämp­fen

Der Han­del mit der „Ware Mensch“ ist für oft or­ga­ni­siert vor­ge­hen­de Kri­mi­nel­le ein Mil­li­ar­den­ge­schäft. Pa­ra­graf 104a StGB be­straft Per­so­nen mit bis zu zehn Jah­ren Haft, die Opfer zum Bet­teln zwin­gen, se­xu­ell oder auch in deren Ar­beits­kraft aus­beu­ten. Die Rea­li­tät ist aber, dass bei einer oh­ne­hin schon ge­rin­gen Zahl er­mit­tel­ter Ver­dachts­fäl­le – 2012 gab es etwa bun­des­weit 35 An­zei­gen wegen Men­schen­han­dels – letzt­lich kaum An­kla­gen er­ho­ben wer­den (elf im Jahr 2012) und schließ­lich fast keine Ver­ur­tei­lun­gen er­fol­gen (2).

GR Sebastian Huber

GR Sebastian Huber

„So­fern Ver­däch­ti­ge über­haupt aus­ge­forscht wer­den kön­nen, ist ihnen die Ver­wirk­li­chung des § 104 StGB oft sehr schwer nach­zu­wei­sen. Das ist nicht zu­letzt aus Op­fer­sicht äu­ßerst un­be­frie­di­gend“, be­tont Se­bas­ti­an Huber, Ge­mein­de­rat der Neos in Salz­burg. Warum ihm als Kom­mu­nal­po­li­ti­ker der Kampf gegen Men­schen­han­del unter den Nä­geln brennt? „Vor dem Hin­ter­grund der Bett­ler­pro­ble­ma­tik in der Stadt Salz­burg muss man über den Tel­ler­rand schau­en. Das Gros der meist aus Ru­mä­ni­en kom­men­den Ar­muts­mi­gran­ten sind zwar selbst­be­stimm­te oder or­ga­ni­sier­te Bett­ler. Aber es sind auch sol­che dabei, die von Men­schen­händ­lern aus­ge­beu­tet wer­den.“

Huber er­hebt eine Reihe von For­de­run­gen, um „Men­schen­han­del bes­ser zu be­kämp­fen und die Si­tua­ti­on für die Opfer zu ver­bes­sern“: So sei etwa der Tat­be­stand „zu schwam­mig for­mu­liert“ und eine Op­ti­mie­rung „bei den Er­mitt­lungs­ab­läu­fen und dem kri­mi­nal­po­li­zei­li­chen Um­gang mit Op­fern“ nötig. Bett­ler wür­den von der Po­li­zei oft nicht als Opfer von Men­schen­händ­lern er­kannt: „Es wer­den dann auf­ent­halts­be­en­den­de Maß­nah­men ge­trof­fen und die Leute rasch ab­ge­scho­ben. Neben mehr Be­hör­den-Sen­si­bi­li­sie­rung muss für Opfer das Auf­ent­halts­recht ver­län­gert und ein ver­bes­ser­ter Zeu­gen­schutz ein­ge­führt wer­den“, so Huber. Nach­satz: „Ohne die Aus­sa­gen der Opfer kommt man näm­lich kaum an die Täter heran.“